Den höchsten SOTA-Gipfel im Norden Deutschlands hatte ich schon länger im Visier. Der Bungsberg, DM/ND-009, in der holsteinischen Schweiz, mit seiner Höhe von 167 Metern bringt zwar nur einen Punkt in der Statistik, ist aber der meinem QTH am nächsten gelegene Berg mit SOTA-Referenz.

Am Wochenende des 11. und 12. Juli 2026 hatte ich die Gelegenheit, in der Nähe des Bungsberg zu sein. Ich fuhr am Freitagabend zu einem Campingplatz direkt am großen Plöner See und schlug dort mein Zeltlager für die kommenden zwei Nächte auf. Die Temperatur war angenehm lauschig und ich genoss den Ausblick auf den See von meinem Zelt aus. Probeweise rief ich auf dem nahegelegenen Repeater DB0PC mehrfach CQ - leider ohne Antwort.

Ausblick vom Zelt auf den See
Ausblick vom Zelt auf den See

Ich dachte mir noch nichts dabei. Aber als ich am darauffolgenden Tag einmal um den Kellersee wanderte und immer wieder CQ auf dem Relais ohne Antwort rief, machte ich mir langsam Sorgen um die für den nächsten Tag geplante SOTA-Aktivierung. Anscheinend war hier nicht viel los mit Amateurfunk.

Als ich abends vor dem Zelt saß und auf den See blickte, schaltete ich noch einmal mein Icom ID-52 Handfunkgerät ein und rief CQ auf dem Repeater. Dieses Mal hatte ich Glück. Michael, DG2BBF, der gerade mit der Familie ein paar Tage am Timmendorfer Strand verbrachte, antwortete auf meinen Ruf. Nach ein paar Minuten kam auch noch ein Operator aus der Umgebung hinzu, der mir riet, mich morgen um 10 Uhr auf 145.350 in der lokalen Sonntagsrunde des Ortsverbandes zu melden. Da würde ich schon meine benötigten QSOs zusammenbekommen.

Frühstück vor dem Zelt
Frühstück vor dem Zelt

Am Sonntag, nach dem Frühstück, machte ich mich auf den Weg zum Bungsberg. Etwas unterhalb des Gipfels parkte ich meinen Motorroller und ging die letzten 600 Meter zu Fuß. Neben dem Turm fand ich einen Geocache, den ich vor fast genau zehn Jahren nicht gefunden hatte und dies nun endlich nachholen konnte.

Um kurz vor 10 Uhr baute ich mein Equipment neben dem Gipfelstein des Bungsberg auf. Der Berg selbst ist stark mit Bäumen bewachsen und kaum als Berg in der hügeligen Landschaft erkennbar. Der Ausblick vom Gipfel war trotzdem sehr schön. Ich zog meinen 4 Meter langen GFK-Mast aus, hängte die Drahtantenne von Lambdahalbe ein und verband sie mit dem Icom Handfunkgerät. Probeweise rief ich CQ auf 145.500 und hatte nach vielleicht fünf Minuten schon meine ersten zwei QSOs im Sack. Erstaunlicherweise war auch eine Verbindung zu einem Operator auf Sylt dabei - was ja nicht gerade um die Ecke des Bungsberg ist (zirka 170 Kilometer Luftlinie).

Das Wetter war perfekt für Sporadic-E Überreichweiten
Das Wetter war perfekt für Sporadic-E Überreichweiten

Wie geplant klinkte ich mich in die sehr kleine Sonntagsrunde des lokalen Ortsverbandes ein und hatte dann auch schnell die für die erfolgreiche Aktivierung notwendigen vier QSOs beisammen. Michael, DG2BBF, meldete sich von einer Stranddüne in Timmendorf mit seinem Handfunkgerät und einige andere sehr nette QSOs kamen zustande, so dass ich nach vielleicht einer Stunde 10 QSOs im Logbuch stehen hatte.

QSO Nummer 11 machte mich allerdings stutzig. Es meldete sich in englischer Sprache OZ1BSM, Michael aus Dänemark, zirka 120 Kilometer entfernt, mit dem ich ein sehr nettes QSO hatte. QSO Nummer 12 war der Abschluss und das Highlight des Tages. Auf mein CQ SOTA antwortete MM8PYW, Paul aus Schottland. Er war absolut rauschfrei mit 5 und 9 zu hören und ich ebenso bei ihm. Wir tauschten die Locator aus und es stellte sich heraus, dass wir 872 Kilometer voneinander entfernt waren. Und das mit 5 Watt QRP auf 2 Meter FM! Das hatte ich noch nie erlebt.

QSL-Karte von MM8PYW für die Verbindung nach Schottland
QSL-Karte von MM8PYW für die Verbindung nach Schottland

Das war der krönende Abschluss einer sehr gelungenen SOTA-Aktivierung. Ich hatte so viele nette Gespräche, die mir lange in Erinnerung bleiben werden. Ich war schon auf manch höherem Berggipfel mit spektakulärerer Aussicht als dem Bungsberg. Aber das unbeschreibliche Gefühl der Zufriedenheit, das ich hier empfand, hatte ich so nur noch bei der Aktivierung des Triglav in Slowenien.

Externer Link zur SOTL.AS Seite des Bungsberg